Im Markt für zentrale Geschäftsreisezahlungen treten heute drei sehr unterschiedliche Anbieter-Logiken nebeneinander an: das klassische Lodge-Modell von AirPlus mit etabliertem Datenexport für Flug und Bahn, moderne Karten-Plattformen wie Pliant mit integriertem Belegmanagement und Expense-Card-Hybride wie Spendesk, Pleo und Moss mit Fokus auf Spesenabrechnung. Der entscheidende Unterschied im Mittelstand liegt selten in der Karte selbst – er liegt darin, ob die Lösung das Belegmanagement außerhalb der Lodge mitlöst und wie sie in den Buchhaltungs-Workflow übersetzt wird. Intertours Pay positioniert sich genau dort: als unabhängiger Implementierungspartner, der die Pliant-Plattform technisch liefert, sie aber mit Travel-Management-Expertise und Buchhaltungs-Verständnis im Mittelstand verankert.
Drei Kategorien, die im Vergleich auseinandergehalten werden müssen
Der häufigste Fehler beim Anbieter-Vergleich für Geschäftsreisezahlungen ist die Annahme, dass alle fünf gängigen Anbieter dasselbe Problem lösen. Tatsächlich entstammen sie drei sehr unterschiedlichen Logiken.
| Kategorie | Anbieter | Kern-Logik |
|---|---|---|
| Lodge-Modell | AirPlus | zentrale Sammelabrechnung für Flug und Bahn über das Reisebüro |
| Plattform-Pay | Pliant | moderne Karten-Plattform mit integriertem Belegmanagement |
| Expense-Card-Hybrid | Spendesk, Pleo, Moss | Karten plus Spesenabrechnung in einem Tool |
Wer Angebote dieser drei Kategorien Feature für Feature gegeneinander stellt, vergleicht Äpfel mit Birnen. Sinnvoll ist erst ein Vergleich, der die eigene Mittelstands-Realität als Maßstab nimmt – und der vor allem die Belegerfassung als zentrales Kriterium ernst nimmt.
Die fünf gängigen Anbieter im Überblick
AirPlus
Klassisches Lodge-Modell mit langer Mittelstands-Tradition. Funktional stark bei Flug- und Bahn-Lodge über das Reisebüro, sehr gut konfigurierbarer Datenexport in DATEV, SAP oder gängige Buchhaltungssysteme. Was nicht enthalten ist: Belegerfassung für alles, was außerhalb der Lodge bezahlt wird.
Pliant
Moderne Karten-Plattform mit BaFin-Lizenz in Deutschland und integriertem Belegmanagement. Karten physisch und virtuell, Belegerfassung per App, automatische Zuordnung zur Transaktion. Vermarktung primär Self-Service – im Mittelstand mit komplexer Buchhaltung wertvoll mit erfahrenem Implementierungspartner.
Spendesk
Französisches Expense-Card-Hybrid mit Schwerpunkt auf Spesen- und Genehmigungsworkflows. Belegerfassung integriert, stark im Procurement-nahen Mittelfeld, weniger bei reinen Geschäftsreise-Mittelständlern.
Pleo
Dänisches Karten-plus-Beleg-System mit moderner App. Belegerfassung integriert, gut für tech-affine Organisationen mit hoher Belegfrequenz; im klassischen Mittelstand mit DATEV-zentrierter Buchhaltung mit gewissen Reibungsverlusten.
Moss
Deutsches Expense-Card-Hybrid mit nativer DATEV-Anbindung und integrierter Belegerfassung. Stark im KMU-Segment bis etwa 250 Mitarbeitende; für größere Mittelständler mit gewachsener ERP-Landschaft strukturell enger.
Direkter Vergleich entlang der Mittelstands-Kriterien
| Kriterium | AirPlus | Pliant | Spendesk | Pleo | Moss | Intertours Pay |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Reichweite Reise-Ausgaben | Flug, Bahn (Lodge) | alle Ausgaben | alle Ausgaben | alle Ausgaben | alle Ausgaben | alle + Reisebüro-Integration |
| Belegerfassung | nicht enthalten | per App, integriert | per App, integriert | per App, integriert | per App, integriert | per App, mit Buchhaltungs-Schulung |
| Belegzuordnung | manuell, nachgelagert | automatisch in Echtzeit | automatisch | automatisch | automatisch | automatisch, ERP-vorkonfiguriert |
| Datenexport | etabliert, gut konfigurierbar | API DATEV/SAP | API | API | nativ DATEV | individuell konfiguriert |
| Implementierungs-Modell | Reisebüro-Setup | Self-Service | Self-Service | Self-Service | Self-Service | beratungsgeführt |
| Travel-Management-Bezug | historisch (Reisebüro) | kein | kein | kein | kein | 30+ Jahre TMC-Erfahrung |
| Mittelstands-Sweetspot | 250–5.000 MA, Flug-Lodge | tech-affin | Procurement-nah | tech-affin | bis 250 MA | 250–5.000 MA mit Travel-Komplexität |
Multi-Entity läuft bei allen Anbietern strukturell ähnlich – jede Gesellschaft bekommt einen eigenen Vertrag. Das ist kein Unterscheidungsmerkmal, sondern Branchenstandard.
AirPlus: das Lodge-Modell im Detail
AirPlus ist im deutschen Mittelstand seit Jahrzehnten eine etablierte Größe. Das Lodge-Modell – zentrale Sammelabrechnung von Flug- und Bahnbuchungen über das Reisebüro – funktioniert dort verlässlich. Der Datenexport ist konfigurierbar und liefert strukturierte Daten für die Buchhaltung. Wo Flug und Bahn den dominierenden Teil der Reisekosten ausmachen, ist das technisch ausgereift und pragmatisch.
Die strukturelle Lücke liegt nicht in der Lodge selbst – sie liegt in dem, was die Lodge konstruktionsbedingt nicht abdeckt: Hotel, Mietwagen, Bewirtung, Tagungen werden über andere Wege bezahlt, und für diese Belege gibt es im Lodge-Modell keine integrierte Erfassung. Genau dort entsteht der manuelle Aufwand in der Buchhaltung.
Pliant: moderne Karten-Plattform mit Belegmanagement
Pliant ist ein in Deutschland BaFin-lizenzierter Karten-Anbieter mit moderner Plattform-Architektur und integriertem Belegmanagement. Karten sind physisch und virtuell verfügbar, Belege werden per App in Echtzeit erfasst und automatisch der Transaktion zugeordnet – inklusive OCR auf MwSt-Betrag, Datum und Lieferant. Kostenstellen und Projekte sind vorab hinterlegt, der Export erfolgt strukturiert in DATEV, SAP oder Microsoft Dynamics.
Die strukturelle Stärke liegt im integrierten Workflow. Die strukturelle Lücke im Mittelstand liegt im Vertriebsmodell: Pliant wird primär self-service vermarktet, und das Direktvertriebs-Modell richtet sich eher an tech-affine Unternehmen mit eigenem IT- oder Finance-Team. Mittelständler mit gewachsener ERP-Landschaft und klassischer DATEV-Buchhaltung profitieren von einem erfahrenen Implementierungspartner – genau diese Rolle besetzt Intertours Pay als White-Label-Partner.
Klar gesagt: Pliant ist die richtige Plattform. Der Mittelstand braucht aber jemanden, der sie auf seine Buchhaltungs-Realität anwendet.
Spendesk, Pleo, Moss: die Expense-Card-Hybride
Die drei Anbieter aus der Expense-Card-Hybrid-Welt verfolgen einen ähnlichen Ansatz: Karten plus Spesenabrechnung plus Genehmigungsworkflows plus Belegerfassung in einem Tool. Sie unterscheiden sich in Schwerpunkten und Herkunft.
- Spendesk: französische Wurzeln, stark im Procurement-nahen Mittelfeld, Genehmigungs- und Approval-Logik überdurchschnittlich ausgeprägt.
- Pleo: dänisches Produkt mit moderner App-Erfahrung, hohe Akzeptanz bei tech-affinen Teams, weniger DATEV-zentriert.
- Moss: deutsches Produkt mit nativer DATEV-Anbindung, klar im KMU-Segment bis etwa 250 Mitarbeitende positioniert.
Für klassische Mittelständler ab 250 Mitarbeitenden mit einem etablierten Reisebüro-Setup sind alle drei eher Spesen-Tool mit Karten-Schicht als Reise-Pay-Plattform. Sie konkurrieren stärker mit reinen Expense-Anbietern als mit echten Travel-Pay-Lösungen.
Was im Mittelstand wirklich zählt
Im Vergleich verlieren Feature-Listen schnell an Bedeutung. Was im deutschen Mittelstand mit 250 bis 5.000 Mitarbeitenden wirklich zählt, lässt sich auf wenige Punkte verdichten.
- Belegerfassung als Pflichtmerkmal: Die Lücke, die im Lodge-Modell heute entsteht, muss eine moderne Lösung schließen – idealerweise per App, automatisch zur Transaktion zugeordnet.
- Vollständige Reichweite: Hotel, Mietwagen, Bewirtung und Tagungen müssen mit derselben Karte und denselben Belegregeln laufen, nicht über separate Privatauslagen-Erstattungen.
- Buchhaltungs-Anbindung: DATEV, SAP oder Microsoft Dynamics – individuell konfiguriert, nicht generisch.
- Travel-Verständnis: Wer den Reise-Workflow nicht kennt, übersetzt ihn auch nicht in die richtige Karten-Logik. Das gilt besonders für Hybrid-Setups mit weiterlaufender Lodge.
- Persönliche Betreuung: Implementierung und laufende Optimierung als beratungsgeführter Prozess, nicht als Ticket-System.
Faustregel: Wenn ein Anbieter im Vergleich vor allem über Feature-Anzahl punktet, ist er nicht für den klassischen Mittelstand gebaut.
Praxisbeispiel: ein strukturierter Auswahlprozess
Ein produzierender Mittelständler mit 1.200 Mitarbeitenden und einem klassischen Lodge-Setup für Flug und Bahn führte 2026 einen strukturierten Auswahlprozess durch. Drei Anbieter wurden gepitcht: AirPlus mit Erweiterung um Firmenkreditkarten, ein Expense-Card-Hybrid für die Karten- und Beleg-Schicht, und Pliant über Intertours Pay als beratungsgeführte Variante mit hybridem Lodge-Plattform-Betrieb.
Die Entscheidung fiel nicht im Karten-Preis – der war innerhalb von 10 Prozent vergleichbar. Sie fiel an zwei Punkten: die nahtlose Verzahnung von Belegerfassung mit der bestehenden Lodge für Flug und Bahn, und die Frage, wer die Implementierung und Buchhaltungs-Anbindung tatsächlich begleitet. Die Wahl fiel auf Intertours Pay, mit Pliant als Plattform, AirPlus parallel weiterlaufend für Flug- und Bahn-Lodge.
Lehre: Der entscheidende Unterschied im Vergleich war nicht das Produkt, sondern wer es im konkreten Mittelstands-Setup einführt – und wie es mit dem bestehenden Lodge-Bestand zusammenspielt.
Wo Intertours Pay einzigartig positioniert ist
Intertours Pay ist kein weiterer Karten-Anbieter, sondern eine bewusste Kombination aus etablierter Plattform und beratungsgeführter Mittelstands-Einführung.
- Pliant als Plattform – technisch auf modernem Stand, BaFin-lizenziert, integriertes Belegmanagement.
- Intertours als Implementierungspartner – mit Travel-Realität, Buchhaltungs-Verständnis und Mittelstands-Sprache.
- Hybrid-fähig – Lodge für Flug und Bahn bleibt, wo sie funktioniert; Plattform-Pay schließt die Belegerfassungs-Lücke.
- SAP-Concur-kompatibel – als ergänzende Zahlungsschicht, nicht als Ersatz für bestehende Expense-Systeme.
Die FinTechs verkaufen Technik. Die Lodge-Anbieter verkaufen Tradition. Intertours Pay verkauft die Kombination beider Welten – auf den deutschen Mittelstand übersetzt.
Fazit: Vergleich entlang der eigenen Realität
Ein Anbieter-Vergleich für Geschäftsreisezahlungen ist im Mittelstand nie eine reine Produkt-Frage. Er ist eine Frage danach, wer das eigene Setup – Lodge-Bestand, Belegfluss, ERP, Reisebüro, Buchhaltungs-Workflows – wirklich versteht und in die Implementierung übersetzt.
Wer den Vergleich entlang der eigenen Realität führt statt entlang der Feature-Liste, landet im klassischen Mittelstand fast immer bei einer Plattform-Pay-Lösung mit Belegerfassung – ergänzt um die Lodge dort, wo sie funktioniert, und begleitet von einem Implementierungspartner, der beide Welten kennt.
Häufige Fragen zum Anbieter-Vergleich Geschäftsreisezahlungen
Es gibt keinen universellen Sieger – es gibt das passende Setup. Für klassische Mittelständler mit gewachsener Buchhaltungs-Landschaft ist eine moderne Plattform-Pay-Lösung mit Belegerfassung und beratungsgeführter Implementierung in der Regel die wirtschaftlichste Wahl. Intertours Pay liefert diese Kombination als White-Label-Partner der Pliant-Plattform, oft im Hybrid-Betrieb mit weiterlaufender AirPlus-Lodge.
AirPlus ist ein klassisches Lodge-Modell für Flug und Bahn mit gutem Datenexport – ohne integrierte Belegerfassung. Pliant ist eine moderne Karten-Plattform mit Belegmanagement und FinTech-DNA. Spendesk, Pleo und Moss sind Expense-Card-Hybride mit ebenfalls integrierter Belegerfassung, aber unterschiedlichen Schwerpunkten. Die zentrale Trennlinie ist die Frage, ob Belege automatisch zur Transaktion gehören.
In den meisten Fällen nein. Lodge für Flug und Bahn läuft weiter, die Plattform-Karte ergänzt sie um Belegerfassung und Reichweite für alles, was außerhalb der Lodge bezahlt wird. Hybrid-Betrieb ist im Mittelstand der häufigste Weg, nicht die Ausnahme.
Bedingt. Pleo und Moss sind stark im KMU-Segment bis etwa 250 Mitarbeitende, Spendesk im Procurement-nahen Mittelfeld. Für klassische Mittelständler ab 250 Mitarbeitenden mit einem etablierten Reisebüro-Setup sind sie eher Spesen-Tool mit Karten-Schicht als echte Reise-Pay-Plattform.
Ja. Intertours Pay positioniert sich als ergänzende Zahlungsschicht, nicht als Ersatz für Concur. Für Concur-Kunden ist Pay ein natürliches Cross-Sell, weil die Zahlungsebene strukturell vor der Reisekostenabrechnung liegt – Concur verarbeitet, Pay vermeidet das Chaos davor.
In drei Schritten: Bestandsaufnahme der heutigen Zahlungswege, des Belegflusses außerhalb der Lodge und der Buchhaltungs-Belastung, gezieltes Pitching mit zwei bis drei Anbietern entlang der eigenen Kriterien, Pilot mit Vielreisenden über vier Wochen bevor der volle Rollout startet. Der entscheidende Unterschied im Vergleich liegt selten im Karten-Preis – sondern darin, wer die Implementierung in der eigenen Realität trägt.
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